Öffentlichkeitsarbeit

Für Anti-Stigma-Gruppen gibt es vielfältige Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit. Die meisten lassen sich auch ohne hohe finanzielle Kosten und mit weniger Aufwand umsetzen als z.B. für einen “Tag der offenen Tür”.

  • Suchen Sie den Kontakt zu Schulen und Jugendorganisationen. Viele Arbeitsgemeinschaften, in denen sich Betroffene engagieren, finden sich auch in weiterführenden Schulen und Jugendeinrichtungen (Jugendheime, CVJM, Pfadfinder etc.).
  • Die Redaktion einer Psychiatrie-Erfahrenen-Zeitung könnte z.B. mit einer Schülerzeitungs-AG eine gemeinsame Ausgabe gestalten.
  • Das Theater psychisch Erkrankter könnte zusammen mit der schulischen Theater-AG ein Stück zum Thema Ausgrenzung und Stigmatisierung einstudieren.
  • Legen Sie in Absprache mit ihren BewohnerInnen ihre Karten offen und laden Sie eine Foto-AG ein, Ihre Räumlichkeiten zu besuchen und zu fotografieren. Mit den Fotos kann dann eine Ausstellung gemacht werden. So haben Sie einen zweifachen öffentlichkeitswirksamen Effekt.
  • Gibt es in Ihrer Stadt eine Schule für Grafik-Design, Mediengestaltung o.Ä.? Dann bietet sich die Ausrichtung eines Kreativ-Wettbewerbs an. Wer gestaltet die interessanteste Image-Kampagne für psychisch erkrankte Menschen? Wie müsste ein gutes Logo für eine Anti-Stigma-Kampagne aus sehen. Wer entwirft die beste Website zur Selbstdarstellung der Anti-Stigma-Gruppe. Die prämierten Arbeiten können Sie u.U. weiter verwenden.
  • Möglich ist auch ein Kinder-Malwettbewerb, der das Thema psychische Erkrankung aufgreift. Örtliche Spielwarengeschäfte sponsern gegen Erwähnung ihres Namens vielleicht die Preise.
  • Erstellen Sie eine Mediathek mit Filmen, Büchern und Materialien zum Thema psychische Erkrankung. Machen Sie durch Anschreiben an Schulen und Jugendeinrichtungen auf die Möglichkeit zur Ausleihe von Medien aufmerksam. Lockern Sie dieses Anschreiben durch de Beilage eines kleinen Gimmicks (Aufkleber, Anstecker etc.) auf. Falls die Bereitschaft Betroffener besteht, kann die Ausleihe mit einem Besuch in Schulen verknüpft werden.
  • Etablieren Sie eine regelmäßige Radiosendung im Lokalsender oder Bürgerfunk. Anregungen zu diesem Thema finden Sie beim Radio-Magazin “Durchgeknallt” http://www.redaktion-durchgeknallt.de
  • Finden Sie heraus, wer in der Lokalredaktion Ihrer örtlichen Zeitung gerne über psychosoziale Themen schreibt. Intensivieren Sie die Kontakte zu ihr/ihm, statt zu breit zu streuen.
  • Laden Sie zu einem filmischen Themenabend mit anschließender Podiumsdiksussion im örtlichen Kino ein. Viele Programmkinos unterstützen solche Vorhaben. Sponsoren lassen sich für solche kulturellen Veranstaltungen oft auf lokaler Ebene finden.
  • Intensivieren Sie die Beziehungen zur örtlichen Kunst-Akademie. Vielleicht ergibt sich ein gemeinsames Kunstprojekt mit anschließender Ausstellung.
  • Organisieren Sie Dichterlesungen von Betroffenen. Kontakt zu AutorInnen können Sie z.B. über den Psychiatrieverlag knüpfen. Die Internetadresse lautet: www.psychiatrienetz.info/verlag/
  • Bieten Sie geeignete Räumlichkeiten für kleinere Feiern und Events Ihren Nachbarn an. Diese Idee hat sich in Einrichtungen schon bewährt.
  • Weitere Anregungen für Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit finden Sie im Arbeitsheft “Psychiatrie und Öffentlichkeitsarbeit”, erschienen im Psychiatrie-Verlag. Dem Heft ist eine CD beigelegt, auf der sich diverse Checklisten, Fotos zur freien Verwendung etc. befinden. In dem Heft geht es nicht ausschließlich um die positive Darstellung der Institution “Psychiatrie”, sondern auch um die Betroffenenperspektive.

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